Chinesische Teekultur am ASG

Am Freitag, 19.06.2015, stellten vier Delegierte des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen der Klasse 10c eine chinesische Kunstdrucktechnik und eine traditionelle chinesische Teezeremonie vor.

Zunächst zeigte ein bekannter Meister der Kunstdrucktechnik, wie man ein in Holz geschnitztes Motiv auf Papier übertragen kann.

Anschließend durften die Schüler einer von einer Teemeisterin vorgestellten traditionellen Teezeremonie beiwohnen, deren einzelne Vorgänge auf Englisch erklärt wurden. Vor der eigentlichen Zeremonie wurden den Gästen, damit sich diese der guten Qualität vergewissern konnten, die Teeblätter gezeigt.

Die Teeschalen wurden mehrmals mit heißen Wasser ausgespült, um Bakterien abzutöten und die Schalen gleichzeitig vorzuwärmen. Dass der Ablauf solch einer Teezeremonie komplizierter ist, als er zunächst scheint, konnte auch ein Schüler mitbekommen, der versuchte, anhand der Anweisungen der Teemeisterin selbst Tee zu servieren.

Danach wurden die fünf traditionellen Teesorten vorgestellt. Der Unterschied liegt nicht in den Pflanzen, sondern in der Art und Weise der Verarbeitung. Die Schüler durften sich selbst vom Geschmack der verschiedenen Teesorten überzeugen lassen und eine oder mehrere Schalen genießen.

Zur selben Zeit ließ der Kunstdruckmeister die Schüler ihre eigenen Kunstwerke erstellen: Tinte auf die Holzunterlage auftragen, das Papier gerade darauflegen und mithilfe eines schwammartigen Instruments zusammenpressen. Die Hauptarbeit an dieser Technik, das Schnitzen feiner Konturen in das Holz nur mit einem Messer, ersparte der Meister unseren Schülern.

Das Konfuzius-Institut hat keine Mühen gescheut, um die Klasse 10c mit diesem gelungenem Vortrag für die Kultur Chinas zu interessieren.

Konfuzius am ASG

Schon beim Studientag der Klassen 5 - 12 am 05.03.2015 hatte das Konfuzius-Institut Nürnberg die 10. Klassen mit „Impressionen aus dem Reich der Mitte“ bereichert.

Ein gutes Dutzend Dozentinnen und Dozenten des Instituts gewährte den rund 110 Schüler einen Einblick in den chinesischen Alltag. Die Schüler konnten zwei von neun Workshops wählen: ein kleiner Sprachkurs, Tuschemalerei, Schriftzeichen pinseln, Taiji, Collagen kleben, Scherenschnitt, chinesisches Schach, Tanz und Peking-Oper-Masken standen zur Auswahl.

Nach den Workshops wurde der Jahrgang in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe lauschte Herrn Prof. Chen, chinesischer Direktor des Konfuzius-Instituts, der über Aspekte der Geographie und der Geschichte Chinas referierte. Er bezeichnete sich als Zeitgenosse der Volksrepublik, wurde er ja nur wenige Jahre nach deren Gründung geboren. So konnte er von seinen eigenen Erlebnissen z. B. während der großen Hungersnot Anfang der 60er Jahre und den Wirren der Kulturrevolution berichten, aber auch vom wirtschaftlichen Aufschwung und der Entwicklung nach Deng Xiaoping ab Ende der 70er Jahre. Zum Abschluss zählte er die Themen auf, die China heute am meisten bewegen, wobei er eine der größten Herausforderungen in der Bewältigung der Umweltverschmutzung sieht.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema Jugend und Schule in China. Frau Wang Hongyan, Dozentin am Konfuzius-Institut, erklärte die Unterschiede der Lehrmethoden und des Lernstoffs für chinesische und deutsche Schüler. Insbesondere der Umgang zwischen Lehrer und Schüler und das Thema Jugendliebe sind für sie Beispiele, die sich im Alltag der Jugendlichen in beiden Ländern am meisten unterscheiden. Prägend für die Schüler in China ist vor allem der Leistungsdruck für die große Prüfung nach dem Schulabschluss, die darüber bestimmt, ob und an welcher Universität man einen Platz bekommt und damit einen sehr großen Einfluss auf das Leben hat.

Dieses Thema griff auch der Dokumentarfilm auf, der zum Abschluss des Studientags noch allen Schülern gezeigt wurde.

Wir bedanken uns beim Konfuzius-Institut für einen sehr interessanten Vormittag!