In der Woche vor den Osterferien, 21.03.26 - 29.03.26, durfte ich als Delegierte Deutschland bei der 104. Internationalen Sitzung des Europäischen Jugendparlaments in Pordenone, Italien, repräsentieren. Eine Sitzung, bei der ca. 150 Delegierte aus 35 verschiedenen europäischen Ländern vertreten waren. Mein zugewiesener Ausschuss war das „Committee on Environment, Climate and Food Safety (ENVI)“, in dem wir uns mit dem Problem des urbanen Wärmeinseleffekts (Urban Heat Island effect) auseinandersetzten.
Der Mangel an hitzebeständiger Stadtplanung in europäischen Städten stellt ein großes Problem dar, denn dies führt nicht nur zu heißeren Sommern, sondern erhöht auch den Energieverbrauch, bildet Gesundheitsrisiken, schwächt die Produktivität und verschärft soziale Ungerechtigkeiten.
Während der Sitzung konzentrierte sich unser Ausschuss auf drängende Umweltprobleme, analysierte Auswirkungen des städtischen Wärmeinseleffekts auf europäische Städte und erarbeitete nachhaltige Minderungsstrategien. Ergänzt wurde unsere akademische Arbeit durch einen Expertenvortrag einer Professorin zum Thema „Mitigating urban heat: integrated approach for resilient cities“, in dem uns Ansätze von Bewältigungsstrategien präsentiert wurden und wir in einen Dialog über die Realisierbarkeit unserer eigenen Ideen kommen konnten. Schlussendlich erstellten wir einen Gesetzesentwurf zu diesem Thema.
Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, an Modulen, wie zum Beispiel zum Thema EU-Institutionen und -Kompetenzen sowie digitale Verantwortung, teilzunehmen.
Der akademische Höhepunkt der Sitzung war die Generalversammlung, in der ich mich aktiv an der Debatte und der Verteidigung unserer Resolution beteiligte. Durch das politische Arbeiten wurde ich herausgefordert, eigene Standpunkte zu hinterfragen, kritischer zu denken, freier zu sprechen und Ideen klarer zu kommunizieren.
Unser Gesetzesentwurf bestand die Abstimmung der Generalversammlung, womit er nun zur Europäischen Kommission geschickt wird.
Gleichgesinnten aus ganz Europa zu begegnen und mit ihnen zusammenzuarbeiten war eine unglaublich bereichernde und wirkungsvolle Erfahrung. Über den akademischen Aspekt hinaus war die Sitzung eine Gelegenheit, verschiedene Kulturen zu erleben, Teil einer internationalen Gemeinschaft zu sein und somit das europäische Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wir kamen aus völlig unterschiedlichen Hintergründen zusammen, fanden aber trotzdem Gemeinsamkeiten in Hoffnungen und Träumen. Ich bin sehr dankbar, an so einer überwältigenden Veranstaltung teilgenommen haben zu können.
(Bericht und Fotos: Jana Morokhovskyi, Q12)